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| Rassestandard MAREMMEN-ABRUZZEN-SCHÄFERHUND (Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese) |
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| Übersetzung | Frau Michèle Schneider |
| Ursprung | Italien |
| Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes | 27. 11. 1989 |
| Verwendung | Als Schäferhund wird er vor allem zum Beschützen der Herden und zum Bewachen der Besitztümer verwendet |
| Klassifikation FCI |
Gruppe 1:
Hütehunde und
Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) |
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Sektion 1: Schäferhunde |
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KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Diese alte Schäferhundrasse geht auf Herdenschutzhunde zurück, die heute noch in den Abruzzen verwendet werden, wo die Schafzucht auch in unseren Tagen noch mit Erfolg betrieben wird, und auf die Hunde der Hirten, die vormals in den Maremmen der Toskana und der Latiums lebten. Besonders nach 1860 begünstigte die Transhumanz der Herden von der einen Region in die andere eine natürliche Vermischung der beiden ursprünglichen Rassen.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund ist ein großformatiger Hund, kräftig gebaut, von rustikalem Aussehen, dennoch majestätisch und typvoll. Seine Gestalt ist bei mittleren Proportionen die eines schweren Hundes, dessen Rumpf länger ist als die Widerristhöhe; er ist harmonisch gebaut, sowohl in Bezug auf die Größe (Heterometrik = normale Verhältnisse zwischen der Größe und den verschiedenen Körperteilen) als auch bezüglich der Profile (Alloidismus = Konkordanz zwischen Kopf – und Körperprofil).
WICHTIGE PROPORTIONEN : Die Kopflänge beträgt 4/10 der Widerristhöhe; die Fanglänge ist um 1/10 kürzer als die Schädellänge; die Rumpflänge übertrifft die Widerristhöhe um 1/18. Die Brusttiefe beträgt etwas weniger als die halbe Widerristhöhe (Beispiel : bei einem 68 cm großen Hund beträgt die tiefe der Brust ungefähr 32 cm).
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Seine Hauptaufgabe als Wach- und Schutzhund für die Herden und alles Hab und Gut äußert sich in der Art, wie er übertragene Aufgaben mit Umsicht, Mut und Entschlossenheit ausführt. Obwohl stolz und jeglicher Unterwürfigkeit abgeneigt erweist er doch seinem Herrn und seiner Umgebung eine ergebene Anhänglichkeit.
KOPF : In seiner Gesamtform ist der große und flache Kopf konisch und erinnert an den eines Eisbären.
OBERKOPF :
Schädel : Der Schädel ist recht breit, mit leicht gewölbten Seitenpartien. Im
Profil ist er ebenfalls konvex. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und
Nasenrücken sind leicht divergent, was die Konvexität des Profils bedingt. Die
Augenbrauenbogen sind mäßig
ausgebildet, die Stirnmittelfurche ist wenig ausgeprägt. Die Scheitelleiste ist
kaum sichtbar.
Stop : Der Stirnabsatz soll nur wenig betont sein. Der Winkel Nasenrücken-Stirn
ist stets weit geöffnet.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Ziemlich groß, auf der gleichen Linie wie der Nasenrücken, mit großen
Nasenöffnungen, feucht und frisch, schwarz pigmentiert.
Von der Seite betrachtet darf er nicht über die Vorderfront der Lippen
vorstehen.
Fang : Er ist um 1/10 kürzer als der Schädel. Im Bereich des Lefzenwinkels
gemessen muss seine Tiefe seiner halben Länge entsprechen. Nach vorne hin nimmt
seine Breite infolge der Konvergenz der Fangseiten fortlaufend ab, es bleibt
aber dennoch eine Plane Vorderfläche übrig; Die Region unterhalb der Augen ist
leicht gemeißelt.
Lefzen : Die oberen Lefzen bilden, von vorne gesehen, mit ihrem unteren Rand dort
wo sie zusammenschließen einen Halbkreis mit sehr kleinem Radius. Sie sind
wenig entwickelt und bedecken gerade knapp die Zähne des Unterkiefers; so ist
auch der Lefzenwinkel wenig ausgeprägt. Dies hat zur Folge, dass das untere
seitliche Profil des Fangs nur in seinem vorderen Teil von den Lefzen bestimmt
wird; im hinteren Teil geschieht dies durch den Unterkiefer und den
Lefzenwinkel. Die Lefzenränder sind schwarz pigmentiert.
Kiefer
/ Zähne : Robustes Aussehen, normal entwickelt, mit
senkrecht eingesetzten und gleichmäßig ausgerichteten Schneidezähnen, von
richtiger Größe und in kompletter Anzahl. Die Zähne sind weiß, kräftig;
Scherengebiss.
Backen : Mäßig sichtbar.
Augen : Nicht groß im Verhältnis zur Größe des Hundes; die Farbe der Iris ist
ocker oder dunkelkastanienbraun. Auge in seitlicher Position; Augapfel weder
tiefgebettet noch hervortretend; Aufgeweckter und aufmerksamer Ausdruck. Lidöffnung
mandelförmig mit schwarzen Lidrändern.
Ohren : Sie sind hoch über dem Jochbeinbogen angesetzt und hängend, aber sehr
beweglich. Sie sind dreieckig (V-förmig); ihr Ende läuft spitz zu und ist nie
abgerundet; im Verhältnis zur Größe des Hundes sind sie klein. Bei einem Hund
mittlerer Größe darf ihre Länge 12 cm nicht überschreiten. Der Ohr-Ansatz
ist mäßig breit. Das Kupieren der Ohren wird nur bei Hunden toleriert, die
tatsächlich als Herdengebrauchshund eingesetzt sind.
HALS : Das obere Profil ist leicht gebogen. Seine Länge beträgt höchstens 8/10 der Kopflänge, d.h. der Hals ist immer kürzer als der Kopf. Er ist dick, sehr kräftig und muskulös, stets ohne Wamme und von langem, dichtem Haar bedeckt, das, besonders beim Rüden einen gut sichtbaren Kragen bildet.
KÖRPER :
Der Rumpf ist kräftig
gebaut, seine Länge übertrifft die Widerristhöhe um 1/8.
Obere
Profillinie : Sie verläuft gerade vom Widerrist bis zur
Kruppe, welche jedoch leicht abfällt.
Widerrist : Etwas aus der Rückenlinie heraustretend; er ist breit, da die beiden
Schulterblattspitzen auseinander liegen.
Rücken : Im Profil geradlinig; seine Länge erreicht etwa 32% der Widerristhöhe.
Die Rückenlinie fließt harmonisch in die Lendenpartie über, welche ein leicht
gewölbtes Profil mit gut in die Breite entwickelten Muskeln aufweist.
Die Länge der Lenden beträgt 1/5 der Widerristhöhe, ihre Breite
entspricht ungefähr ihrer Länge.
Kruppe : Breit, kräftig und gut bemuskelt. Ihre Neigung zwischen Hüfte und
Rutenansatz beträgt ca. 20° zur Horizontalen; dieser Wert steigt auf 30° und
mehr, wenn man die Linie Ilium-Ischium zugrunde legt : aus diesem Grunde muss
die Kruppe des Maremmen-Abruzzen Schäferhundes als steil bezeichnet werden.
Brust : Sie ist geräumig, bis auf Ellbogenhöhe herabreichend, tief und im
mittleren Bereicht gut gewölbt. Ihr Umfang muss die Widerristhöhe um etwa ¼
übertreffen; auf halber Brusthöhe beträgt die größte Breite mindestens 32%
der Widerristhöhe und nimmt dann zunehmend nach unten hin ab, bleibt aber bis
in die Brustbeingegend recht geräumig. Die Brusttiefe muss der halben
Widerristhöhe entsprechen. Die Rippen sind gut gewölbt, liegen schräg und
weit auseinander; die letzten falschen Rippen sind lang, schräg und gut geöffnet.
Untere
Profillinie und Bauch : Das Profil Brustbein-Bauch
ist gekennzeichnet durch eine lange Brustbeinpartie in Form eines
Halbkreisbogens mit sehr großem Radius, welcher zum Bauch hin sanft ansteigt.
RUTE : Infolge der steilen Kruppe tief angesetzt; bei normaler Haltung reicht sie über das Sprunggelenk. Während sie in der Ruhestellung herabhangt, wird sie in der Bewegung in Höhe der Rückenlinie getragen und ist am Ende ziemlich stark aufgebogen. Sie ist gut mit dichtem Haar versehen, ohne Fransen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Von vorne und von der Seite betrachtet ganz gerade und senkrecht
gestellt. Insgesamt gut proportioniert zum Körper; die einzelnen Teile der
Vordergliedmaßen passen harmonisch zueinander.
Schulter : Lang, schräg und mit kräftiger Muskulatur; sie muss in ihren Bewegungen
sehr frei sein. In der Länge misst sie ungefähr ein Viertel der Widerristhöhe.
Ihre Neigung zur Horizontalen beträgt 50° 60°.
Oberarm : In seinen beiden oberen Dritteln gut am Körper anliegend, mit kräftiger
Muskulatur versehen. Seine Neigung zur Horizontalen bewegt sich zwischen 55°
und 60°; seine Länge beträgt ca. 30% der Widerristhöhe. Seine Lage ist
nahezu parallel zur Medianebene des Körpers. Die Winkelöffnung
Schulterblatt-Oberarmbein bewegt sich zwischen 105° und 120°.
Ellenbogen : Normal an der Brust anliegend, von weicher und lockerer Haut bedeckt. Sie
müssen parallel zur Medianebene des Körpers liegen; der Ellbogenhöcker muss
sich auf einer gedachten Senkrechten befinden, der von der hinteren
Schulterblattecke ausgeht. Die Winkelöffnung Oberarmbein-Speiche bewegt sich
zwischen 145° und 150°.
Unterarm : Gerade und senkrecht, mit kräftigem Knochenbau. Er ist etwas länger als
der Oberarm und nur etwas kürzer als ein Drittel der Widerristhöhe. Die Länge
der Vordergliedmassen vom Boden bis zum Ellbogen beträgt 52,8 % der Widerristhöhe.
Vorderfusswurzelgelenk : Liegt in der senkrechten Verlängerung des Unterarms. Kräftig, trocken,
glatt und von guter Stärke; das Erbsenbein tritt deutlich hervor.
Vordermittelfuß : Keinesfalls kürzer als 1/6 der Gesamtlänge der Vordergliedmasse. Er ist
sehr trocken, mit einem Minimum an Unterhautgewebe. Im Profil besehen ist er
leicht nach vorne schräg gestellt.
Vorderpfoten : Groß, rundlich, mit geschlossenen Zehen, kurz und dicht behaart. Krallen
vorzugsweise schwarz, kastanienbraun wird toleriert.
HINTERHAND :
Allgemeines : Sowohl von vorne als auch von der Seite betrachtet, korrekt senkrecht
gestellt. Insgesamt gut proportioniert zum Körper; die einzelnen Teile der
Hintergliedmassen passen harmonisch zueinander.
Oberschenkel : Lang, breit mit hervortretenden Muskeln und mit leicht konvex gewölbtem
hinteren Rand. Seine Breite, von Rand zu Rand gemessen, erreicht ¾ seiner Länge.
Von oben nach unten und von hinten nach vorne ist er ein wenig geneigt. Der
Winkel Hüftbein-Oberschenkelbein beträgt ungefähr 100°.
Knie : Es liegt völlig in der senkrechten Linie der Gliedmasse, weder nach außen
noch nach innen gedreht. Der Winkel Oberschenkelbein-Schienbein ist ziemlich
weit geöffnet und bewegt sich zwischen 135° und 140°.
Unterschenkel : Er ist etwas kürzer als der Oberschenkel; seine Länge entspricht 32,5%
der Widerristhöhe. Seine Neigung zur Horizontalen beträgt etwa 60°. Der
Knochenbau ist kräftig, die Bemuskelung trocken, die Unterschenkelauskehlung
sehr ausgeprägt.
Sprunggelenk : Von guter Stärke. Seine Außenseiten sind sehr breit. Der
Sprunggelenkwinkel bewegt sich zwischen 140° und 150°;
Hintermittelfuß : Kräftig, trocken und breit. Seine Länge entspricht 30,9% der Widerristhöhe.
Eventuell vorhandene Afterkrallen müssen entfernt werden.
Hinterpfoten : Wie die Vorderpfoten, jedoch mehr oval.
GANGWERK : Langer Schritt und verlängerter Trab.
HAUT : Am ganzen Körper gut anliegend; eher dick. Schleimhäute und Nickhaut schwarz pigmentiert, ebenso die Sohlen- und Zehenballen
HAARKLEID
HAAR : Sehr reiches Fell. Lange Haare, eher rau beim Berühren; gut am Körper anliegend ähnelt es einem steifen Rossmähnenhaar; eine leichte Wellung wird toleriert. Das Haar formt einen beachtlichen Halskragen und mäßig lange Fransen am hinteren Rand der Gliedmassen. Es ist jedoch kurz auf Schnauze, Schädel, Ohren und der Vorderseite der Gliedmaßen. Auf dem Rumpf erreicht das Haar eine Länge von 8 cm. Unterwolle ist nur im Winter reichlich vorhanden.
FARBE : Uniweiß. Die Tönungen Elfenbein, Blassorange oder Zitrone werden toleriert, aber nur in beschränktem Masse.
GRÖSSE UND GEWICHT :
| Widerristhöhe | Rüden | von 65 bis 73 cm |
| Hündinnen | von 60 bis 68 cm | |
| Gewicht | Rüden | von 35 bis 45 kg |
| Hündinnen | von 30 bis 40 kg |
FEHLER : Jede Abweichung von vorstehender Beschreibung stellt einen Fehler dar, der bei der Formwertbeurteilung nach Schwere und Ausmaß zu strafen ist. Gleiches gilt für Hunde, die recht andauernd im Passgang laufen und für solche, denen die Afterkrallen nicht entfernt wurden.
AUSSHLUSSFEHLER
:
Kopf : Konvergenz der Begrenzungslinien von Schädel und Fang – ausgeprägter
oder entstellender Vorbiss.
Rute : über dem Rücken eingerollt getragen.
Größe : Über oder unter den vom Standard vorgegebenen Massen.
Gangart : Hund, der andauernd im Passgang läuft.
DISQUALIFIZIERENDE FEHLER
:
Aggressive oder ängstliche
Hunde.
Nasenspiegel : Vollständig depigmentiert.
Nasenrücken : Deutlich gewölbt oder konkav.
Augen : Mäßige oder beidseitige Depigmentierung der Lider – Birkauge –
beidseitiges Schielen.
Kiefer : Rückbiss.
Rute : Schwanzlosigkeit oder Stummelschänzigkeit, gleichgültig ob angeboren
oder erworben.
Haar : Gelockt.
Farbe : Isabellfarbenes Haarkleid – deutlich abgesetzte isabell – oder
elfenbeinfarbene Flecken – schwarze Tönungen.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.